Hanau zeigt: Die Politik braucht Diversität

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Nach dem rechtsterroristischen und rassistischen Anschlag im hessischen Hanau wird berechtigterweise beklagt, dass die Politik und die Justiz lange Zeit blind auf dem rechten Auge war, dass sie die Gefahr verkannt hat und dass sie links immer noch mit rechts gleich setzt. All das stimmt. Wenn sich jedoch nichts Grundlegendes an der Politik ändert, dann werden wir immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert werden. Und mit Grundlegendes meine ich erst im zweiten Schritt Maßnahmen gegen Nazis. Das erste Problem ist ein Mangel an Diversität in der deutschen Politik.

Politik von Nicht-Betroffenen für Nicht-Betroffene

Normalerweise ist Diversität ein Begriff, den sich Unternehmen auf ihre Websites schreiben, um weltoffen und progressiv zu wirken. Dass das oftmals mehr Schein als Sein ist, steht außer Frage. Das gilt gleichermaßen für die Politik. Sowohl auf Bundes-, als auch auf Landesebene. Der durchschnittliche deutsche Politiker ist wahrscheinlich weiß, männlich, zwischen 45 und 60 Jahre alt und Jurist. Dass sich so ein Mensch nicht von Nazis bedroht fühlt und dementsprechend keine Maßnahmen gegen sie ergreift, ist doch klar.

Angst greift um sich

Ich habe mal Twitter durchforstet und ein paar Tweets herausgesucht, die zusammenfassen sollen, was Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland wahrscheinlich bewegt bzw. was sie gerade ertragen müssen:

Diese Tweets drücken aus, was alle Nicht-Betroffenen – und dazu zähle ich mich selbst auch – wahrscheinlich nie erleben und deswegen kaum begreifen können. Ein nicht zu verachtender Teil unserer Bevölkerung in Deutschland lebt aktuell, wenn nicht sogar schon seit Jahren, in Angst um das eigene Leben! Dass wir solche Zustände überhaupt zugelassen haben, sagt leider viel aus. Und jetzt versuchen wir Nicht-Betroffene den Betroffenen auch noch zu erklären, dass alles besser wird, solange alle stark und mutig bleiben, ohne auch nur ein ungefähre Vorstellung von dem Leid zu haben.

Mit Diversität gegen Rassismus

Meiner Meinung nach braucht es die Diversität in der Politik, um solche Probleme effektiv anzugehen. Natürlich braucht es dann auch die richtigen Maßnahmen gegen Nazis und rechten Terror. Dafür müssen wir aber auch verstehen, welche Nöte und Bedürfnisse diese betroffenen Menschen haben, mit welchen Ängsten sie kämpfen und wie ihnen geholfen werden kann. Das können Nicht-Betroffene aus ihrer eigenen Perspektive nicht. Das ist selbstverständlich keine Ausrede für die vergangene Tatenlosigkeit gegen rechts, aber möglicherweise ein Erklärungsansatz.

Wenn sich Politik in Deutschland weiterhin Politik ohne Diversität und die Beteiligung von Betroffenen, wie Menschen mit Migrationshintergrund oder People of Color (PoC), vollzieht, reproduziert sich dieses System einfach weiter, ohne jedoch je an die Wurzel des Problems vordringen zu können.

 

 


Bildnachweis: Erol Ahmed on Unsplash

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